- 65 Prozent der Unternehmen nutzen KI bereits in realen Industrieprozessen
- Netzwerkstatus und Sicherheitslage bestimmen, wie schnell und sicher skaliert wird
- Enge IT-OT-Zusammenarbeit verbessert KI-Skalierung, Infrastruktur und Cybersicherheit
Im Rahmen der Doppelblind-Studie wurden weltweit mehr als 1.000 EntscheiderInnen im Bereich Operational Technology (OT) in 19 Ländern und 21 Industriezweigen befragt. Davon stammen 500 aus Europa, 100 aus Deutschland. Die Ergebnisse zeigen: In Deutschland zählen KI-Assistenten (73 %), Logistikoptimierung (70 %) und Prozessautomatisierung (65 %) zu den wichtigsten KI-Use-Cases, gefolgt von automatisierter Qualitätsprüfung (53 %), Energieoptimierung (50 %) und vorausschauender Wartung (42 %). Viele Unternehmen stoßen jedoch durch fehlende Voraussetzungen insbesondere bei Netzwerkinfrastruktur, Cybersicherheit und IT/OT-Betriebsmodellen an ihre Grenzen. Dies gilt vor allem, wenn KI nicht mehr nur analysiert, sondern in Echtzeit in der Produktion eingesetzt wird.
„Alle sprechen von Agentic AI, dabei sehen wir einen weiteren für Deutschland hochrelevanten Trend: Industrielle KI geht gerade vom Experimentierstadium in die Produktion über, wo KI-Systeme in der realen Welt messen, denken und handeln“, sagt Christian Korff, Vice President of Services, Software and Strategic Sales EMEA bei Cisco. „Dabei hängt Erfolg nicht mehr allein von Modellen ab, sondern davon, ob Netzwerke, Sicherheitsarchitekturen und Teams darauf vorbereitet sind, KI am Edge, in verteilten Umgebungen und hochskaliert zu betreiben.“
Zentrale Erkenntnisse der Studie
Der Report zeigt, industrielle KI geht von einer Zukunftsvision zum aktiven Einsatz über: 65 Prozent der deutschen Unternehmen (Europa: 56 %) setzen KI mittlerweile in laufenden Industrieprozessen ein. 20 Prozent (Europa: 16 %) berichten sogar von groß angelegter, ausgereifter Nutzung. In den Bereichen Fertigung, Transport und Versorgungswirtschaft unterstützt KI zum Beispiel Bildverarbeitung, Robotik, Mobilität und sicherheitskritische Abläufe. Die meisten deutschen Unternehmen (81 %) wollen ihre Ausgaben für KI erhöhen (Europa: 79 %) und fast neun von zehn (89 %) erwarten innerhalb der nächsten zwei Jahre signifikante Ergebnisse (Europa: 87 %). Doch gleichzeitig zeigt sich: Während sich die KI-Einführung beschleunigt, haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, ihre KI-Anwendungen stabil zu betreiben und zu skalieren, vor allem aufgrund vorhandener Netzwerkinfrastruktur und Sicherheitssysteme.

KI-Bereitschaft der Infrastruktur wird zum limitierenden Faktor
Mit der Integration von KI in Maschinen, Sensoren, Bildverarbeitungssysteme und autonome Abläufe steigen die Anforderungen an zuverlässige Konnektivität, drahtlose Mobilität, Latenz, Edge-Computing und Stromversorgung deutlich. Dadurch wird die Netzwerk-Bereitschaft zu einem entscheidenden Faktor für physische KI-Implementierungen.
- 94 Prozent der deutschen Unternehmen (Europa: 97 %) erwarten, dass KI-Workloads ihre Anforderungen an industrielle Netzwerke verändern
- 44 Prozent (Europa: 48 %) rechnen damit, dass die Anforderungen an eine zuverlässige Konnektivität steigen
- 96 Prozent (Europa: 93 %) geben an, dass drahtlose Netzwerke eine zentrale Voraussetzung für den Einsatz von KI sind
Cybersicherheit bestimmt Tempo und Vertrauen bei der Einführung von KI
Mit zunehmender Vernetzung und den steigenden Datenströmen in industriellen Umgebungen bleibt Cybersicherheit das größte Hindernis. Gleichzeitig betrachten Unternehmen KI zunehmend als Teil der Lösung. Dabei erwartet die Mehrheit, dass KI Bereiche wie Monitoring, Bedrohungserkennung und operative Ausfallsicherheit verbessert.
- 98 Prozent der deutschen Unternehmen (Europa: 95 %) betrachten Cybersicherheit als grundlegend für den Aufbau einer KI-fähigen Infrastruktur
- 33 Prozent (Europa: 34 %) nennen Cybersicherheitsbedenken als größtes Hindernis bei der Einführung von KI
- 78 Prozent (Europa: 80 %) erwarten, dass sich ihre Cybersicherheitslage durch den Einsatz von KI verbessert

IT-OT-Zusammenarbeit als Schlüssel zur KI-Skalierung in der Produktion
Unternehmen, in denen IT- und Betriebsteams eng zusammenarbeiten, berichten von größerem Vertrauen in die Skalierung von KI, stabileren Netzwerken und einer stärkeren Gewichtung von Cybersicherheit. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die erforderlichen Kompetenzen für eine skalierbare KI-Einführung aufzubauen.
- 62 Prozent der deutschen Unternehmen (Europa: 59 %) berichten von einer engen Zusammenarbeit zwischen IT- und OT-Teams
- Allerdings erkennen 38 Prozent (Europa: 41 %) nur eine begrenzte oder gar keine Zusammenarbeit
- 50 Prozent der deutschen Unternehmen (Europa: 43 %) investieren bereits zwischen 11 und 20 Prozent ihres IT/OT-Budgets in KI-Initiativen, während weitere 35 Prozent 5 bis 10 Prozent ihres Budgets dafür aufwenden (Europa: 43 %).
Über die Studie
Der „Cisco State of Industrial AI Report“ basiert auf Daten einer weltweiten Umfrage unter mehr als 1.000 Entscheidungsträgern im Bereich Betriebstechnologie, die von Cisco in Zusammenarbeit mit Sapio Research durchgeführt wurde. Die Umfrageteilnehmer stammen aus 19 Ländern und 21 Branchen, davon kommen 500 aus Europa und 100 aus Deutschland. Sie repräsentieren eine Vielzahl von Branchen, darunter Fertigung, Transport/Logistik, Energie/Versorgung und weitere. Die Studie fasst die Ergebnisse von Entscheidungsträgern in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen US-Dollar zusammen.